Labore

Das besondere Vorgehen des Graduiertenkollegs besteht darin, weniger auf die Ergebnisse von Anschluss- und Ausschlussprozessen – also auf das Angeschlossene oder Ausgeschlossene, wie es in Systemen und Netzwerken als gegeben vorausgesetzt wird – als auf die Praktiken des Anschließens und Ausschließens zu schauen und diese im eigenen Handeln zu erproben. Um die gegenseitige Bedingtheit der Praktiken des (sich) Anschließens und des (sich) Ausschließens unter den Strukturbedingungen von Globalisierung und Digitalisierung zu beschreiben und zu begreifen, die im Kern nicht nur die Wissenschaften, sondern alle Bereiche der sozialen Lebenswelt betreffen, ist es notwendig, Methoden des Erkennens und Kritisierens neu zu denken. Hierfür werden insbesondere künstlerisch-gestalterische Reflexionsräume hinzugezogen, aber auch selbst geschaffen, insofern in ihnen ‚andere‘ Praxis- und Wissensformen als in der Wissenschaft Anschluss finden und soziale Kontroversen der Gegenwart ausgetragen werden, noch bevor diese eine begriffliche Kontur erlangen.

Der Zusammenschluss mit Akteur:innen künstlerischer und gestalterischer Wissensordnungen, ein kuratorisches Projekt als integraler Bestandteil des Studienprogramms und nicht zuletzt praktische Erfahrungen in/mit Kulturinstitutionen und städtischen Einrichtungen ziehen das angestrebte Spannungsfeld zwischen Theorie, Empirie und Praxis jenseits der herkömmlichen Subjekt-Objekt-Dispositionen auf.

Mit Blick hierauf bieten die Kunsthochschule für Medien Köln und die Köln International School of Design der TH Köln den Kollegiat:innen die Möglichkeit, in ihren Laboren verkörperte, situierte, relationale, prozessuale und transformative Wissensformen kennenzulernen, sie in Bezug auf die eigene forschende Praxis zu erproben und sie als Praktiken des (sich) An- und Ausschließens kritisch zu befragen.

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