2022 | 2023

Workshops

Jenseits von Heldenmythen

Ein Workshop zu Sicherheit in der Feldforschung
von Tamara Gupper, Kira Kreft und Laura Thurmann

Das Ziel unseres Workshops ist es, ein erweitertes Bewusstsein für Risiken in der Forschung zu schaffen und Anregungen zu Sicherheitsstrategien zu geben. In den zwei Workshoptagen werden wir durch Impulsvorträge und intensive Gruppenarbeit Themen der physischen, wie auch der emotionalen Sicherheit besprechen und erarbeiten.

Am ersten Workshoptag wird es um Themen der eigenen Sicherheit und generelle Aspekte wie eine sichere Unterkunft, finanzielle Absicherung, Kommunikation und Selbstwahrnehmung gehen. Der zweite Tag wird sich Risiken von geschlechts- und vertrauensbasierter Gewalt und entsprechenden Sicherheitspraktiken in der Feldforschung widmen. Im Anschluss sollen die besprochenen Sicherheitsaspekte mit Bezug auf das eigene Forschungsvorhaben reflektiert werden.

Der Workshop richtet sich an Studierende und Promovierende in der Forschungsvorbereitung und wird, je nach Sprachpräferenzen der Teilnehmenden, in deutscher und/oder englischer Sprache stattfinden. Aufgrund der Sensibilität der Themen können wir nur 20 Teilnehmende zu einem Termin zulassen. Melden Sie sich bitte bis spätestens zum 15. September 2022 verbindlich bei Simone Pfeifer (s.pfeifer@uni-koeln.de) für den Workshop an. Sollten Sie noch inhaltliche Fragen zum Workshop haben, wenden Sie sich bitte an: team@saferfieldworkproject.de

Zeit:
27. bis 28. Oktober 2022, 10.00 bis 16.00 Uhr

Ort:
DFG-Graduiertenkolleg 2661
anschliessen – ausschliessen 
Kulturelle Praktiken jenseits globaler Vernetzung
Classen-Kappelmann-Str. 24, 3. Stock
D-50931 Köln

Poster

Awareness / Unconscious Bias Workshop

Das Gender-Board lädt alle Mitglieder des Graduiertenkollegs im September zu einem zweitägigen Awareness-Workshop ein. Die Teilnehmenden werden unter der Leitung erfahrener Trainer*innen, internalisierte Verhaltens- und Denkmuster reflektieren und einen diversitätsorientierten Blick auf das wissenschaftliche Arbeiten werfen. So eröffnet der Workshop sowohl auf persönlicher als auch struktureller Ebene Wege, sich mit dem stetig andauernden Prozess des Erkennens und Verlernens ausschließender Mechanismen auseinanderzusetzen. Ziel des Angebots ist es, gemeinsam neue Handlungsoptionen für den eigenen Arbeitskontext zu entwickeln, die zum Abbau von Diskriminierung beitragen.

Die Leitung des Workshops erfolgt durch den Kommunikationspsychologen, Dozenten und Coach Dr. Daniel Brunsch.

The Gender Board invites all members of the Research Group to a two-day awareness workshop in September. Under the guidance of experienced trainers, participants will reflect on internalised patterns of behaviour and thinking and take a diversity-oriented look at scientific work. In this way, the workshop opens ways of dealing with the ongoing process of recognising and unlearning exclusionary mechanisms on both a personal and structural level. The aim of the workshop is to jointly develop new options for action in one's own work context that contribute to reducing discrimination.

The workshop is led by the communication psychologist, lecturer, and coach Daniel Brunsch, PhD.

Zeit
23. und 29. September 2022, 10.00 bis 16.00 Uhr

Ort
23. September 2022: TH Köln, Köln International School of Design, Ubierring 40, Raum 240, 50678 Köln
29. September 2022: tba

Tacit Knowledge – From “Anecdotal Evidence” to Existential Certainties

The workshop will be held in English.

Das Graduiertenkolleg erfordert einen „offenen Dialog untereinander und mit Akteur:innen anderer Kulturen und Wissensordnungen ... zugleich aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln von innen wie außen beobachtet und erfahren“. Die Hauptkomponenten der Aneignung, Prüfung und vorläufigen Etablierung verschiedener Wissensformen und -grade entwickeln sich z.B. als sogenannter „gesunder Menschenverstand“ (common sense), Fachwissen oder wissenschaftliche Gesetze bis hin zum künstlerischen Ausdruck. In globalisierenden Vernetzungen steigern sich allerdings die unberechenbaren Relationen zwischen sehr unterschiedlich bewerteten Referenzsystemen. Allein schon wegen dieser komplexen Prozesse, deren Geschwindigkeiten und Rhythmen, Verlaufsmuster und Gegenbewegungen nur sehr unvollständig berechenbar und in Worte zu fassen sind, bleibt immer sehr viel mehr unsagbar und ungesagt als explizit mitbedacht und klar gesagt.

Es geht hierbei nicht nur um die Unübersichtlichkeit sozialer Prozesse, der Motive und Auswirkungen sozialer Handlungen, also das Problem des Nicht-Wissens, sondern darum, was wie und warum als doch irgendwie gewusst erscheint. Denn stummes Wissen wird zwar unter dem Druck der Digitalisierung aus vielen Aufmerksamkeits-Netzen ausgeschlossen, aber auch für viele Problembearbeitungen in immer wieder neuen Formen entwickelt und genutzt. Lassen sich hierfür „anekdotische Evidenzen“ anführen, die Entscheidungen mit anleiten? Sind diese Handlungsanleitungen, -vorschriften oder Programmierungen sehr unterschiedlich für „die“ Politik, Wissenschaft oder Wirtschaft? Gibt es stillschweigend existenzielle Überzeugungen, erprobte Lebenserfahrungen jenseits aller Handbücher, Ausbildungs- und Berufspraktiken oder funktionaler Systeme, die erst in hochriskanten Krisensituationen entscheidend werden? Und wie verhält sich das im Vergleich und Dialog oder in der Konkurrenz zwischen unterschiedlichen Räumen von Wissen und Ordnung?

Als auswärtige Gäste werden teilnehmen:
Prof. Dr. Prof. h.c. Otthein Herzog

Prof. Dr. Steve Macek

Prof. Dr. Peter Ludes

Time
22. Juni 2022, 10.00 – 14.30

Location
DFG-Graduiertenkolleg 2661
anschliessen – ausschliessen 
Kulturelle Praktiken jenseits globaler Vernetzung
Classen-Kappelmann-Str. 24, Level 3
D-50931 Köln

Program
10.30 – 10.40: Introduction by Dr. Martin Müller
10.40 – 11.10: Questions by Prof. Dr. Peter Ludes, Cologne

1) Tacit, implicit background knowledge is based on reflected experience and contextual expertise, which cannot easily be put into words or figures. Yet, can decisive biographical evidence or existential certainties enlighten us about such implicit personal knowledge?

2) Tacit ways of knowing do not easily adapt to digitized identification, classification, archiving and retrieval. Are they fundamentally transformed or undermined in the processes of identification, classification, and systematization?

3) “Tacit components” of knowledge processes permeate the acquisition and dissemination of data. Are anecdotal evidence and existential certainties underestimated in professional life, the humanities and computer sciences?

4) Tacit knowledge is person-bound; it can only partially be rendered audible and visible. Can it only be grasped via repeated practices and common experiences?

5) Silent, tacit, often neglected, tabooed or censored personal experiential knowledge remains indispensable for knowledge processes, combining implicit and explicit components. Which professional experiences clarifying this interdependence have been decisive in especially important decisions?

6) Do AI strategies transform the mute, tacit, intimate knowledge components in terms of digital identifications, classifications, archiving, retrieval and automatized translation systems, i.e. deep learning for tacit knowledge?

11.10 – 12.00 Uhr: Prof. Dr. Otthein Herzog, Tongji, Shanghai
Tacit Knowledge - From “Anecdotal Evidence” to Existential Certainties: Reflections on Professional Experience

12.00 – 13.00 Discussion
Chair: Dr. Martin Müller

13.00 - 13.20: Prof. Dr. Steve Macek, North Central College, USA: Summary and Outlook

13.30 Lunch